Geduld! sagst du und zeigst mit weißem Finger
Auf meiner
Zukunft festverschlossne Thür;
Ist die Minute, die da lebt geringer
Als jene ungebor'ne, sage mir!
Kannst mit der
Liebe den du
Lenz verschieben,
Dann borg' ich dir für eine
Ewigkeit –
Doch mit dem
Frühling endet auch das Lieben
Und keine Herzensschulden zahlt die Zeit.
Geduld! sagst du und senkst die schwarze
Locke –
Und stündlich fordert eine Todtenglocke
Der Thränen letzes Fährgeld für ein Grab.
Sieh nur die Tage schnell vorüberrinnen,
Horch wie sie ängstlich pochen an die Brust:
Mach auf!
Mach auf! Wenn wir nicht heut gewinnen,
Ist unser Scheiden ewiger Verlust.
Geduld! sagst du und senkst das
Auge nieder
Und alle meine Fragen sind verneint;
Geduld! Geduld! Verlassen bin ich wieder,
Die letzte Thräne ist noch nicht geweint.
Du hast geglaubt, weil andre warten müssen
Und warten können, kann und muß ich's auch,
Ich aber hab' zum Lieben und zum Küssen
Nur einen Frühling, wie der Rosenstrauch.